Archiv der Kategorie 'Gender & Queer'

GENDER HAPPENING

„Love me Gender – Gender is Happening“

Unter dem Slogan „Love me Gender – Gender is Happening“ veranstaltet das Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung ein Gender Festival, das zeigt: Geschlecht passiert – selbstverständlich, jederzeit und überall.
Berufs-PolitikerInnen und JuristInnen werden diskutieren, wie sie die deutsche Verfassung umschreiben wollen und welche Spielräume die derzeitige Gesetzeslage für queere Lebensstile bereithält oder verwehrt. Panels thematisieren die Generation der „Neuen Väter“, fragen nach „Bewegten Männern aus Ost und West“ – und entstauben „Feminismus“.
Zu den rund 70 Workshops, Diskussionen, Vorträgen, Ausstellungen, Kunstexpertimenten und Lesungen werden über 1.000 TeilnehmerInnen und ReferentInnen aus aller Welt erwartet: darunter FilmemacherInnen aus Nahost, AktivistInnen aus Afrika sowie FrauenrechtlerInnen und KünstlerInnen aus Europa.
Ziel des Gender Happenings ist es, historische, juristische, kulturelle, literarische oder politische Betrachtungen mit neuesten Forschungsergebnissen zum Thema Gender und alltäglichen Handlungsweisen zu verbinden.
Programm und Informationen zum Gender Happening

Unter anderem spricht: Nira Yuval-Davis („Gender and Nation“).

FREAKY – Tagung und Workshop

freaky
Queer Kunst Konferenz, Workshop, Ausstellung

Ballhaus Naunynstraße, Berlin; 28. – 30. August 2009
Kontakt: r.lorenz[at]fu-berlin.de

Konferenz und Workshop fragen nach der Figur des Freaks oder nach einer (Kunst-)Theorie, die freaky ist. Eine solche Theorie oder Kunstproduktion wäre in der Lage, auf die gewaltvolle Geschichte eines Ausstellens von Körpern und des ‚Starrens’ auf Körper zu verweisen sowie auf die Macht der Kategorisierungen – in der Wissensproduktion ebenso wie in der Organisation des Sozialen. Entsprechend wurden kulturelle Praktiken wie diese bereits häufig problematisiert. Es ist die These der Konferenz, dass sie aber möglicherweise auch zum Ausgangspunkt einer queeren Wissensproduktion werden können. Da der historische Gebrauch des Begriffs freak Nachdruck auf ‚strangeness’ und auf die Produktion eines ‚Raums für Differenz’ legt, könnte eine Theorie und Kunstproduktion, die freaky ist, einen „Widerstand gegen kulturelle Homogenisierung” (Teresa de Lauretis)
erlauben.
Konferenz und Workshop knüpfen an die Beobachtung an, dass mittels queerkünstlerischer Praxen vermehrt Bilder entstehen, die sich gegen Prozesse der Normalisierung und Integration sperren, indem sie gängige Kategorien der Verkörperung unterlaufen oder gar keine Körper zeigen. Welche Arbeiten dieser Art gibt es? Welche Anforderungen stellen solche Präsentationen an eine Lektüre der Arbeiten? Wie könnte eine freaky-Kunstheorie aussehen?

Konferenz

Die Konferenz lädt vier Kunst- und Queertheoretiker_innen ein, eine genaue Lektüre von vier künstlerischen Arbeiten vorzutragen, die während der Konferenz präsentiert werden. ‚Queer freaks’, ‚queere Exotik’ und ‚Differenz’ werden dabei im Fokus der Debatte stehen. Ein Film- und Performance Programm wird weitere Perspektiven, künstlerisches Material und visuelle/ linguistische Praxen beisteuern.
Die beiden Hauptfragen sind:
Ein queer freak könnte als nützliche Figur der Intersektionalität auftreten. Diese wäre in der Lage, verschiedenste Arten von Differenz zu repräsentieren, ohne eine Kategorie oder Identität herzustellen. Die Figur des Freaks erlaubt keine Definition einer Norm von der sie abweicht. Sie mag als nicht-funktional oder inkompatibel
mit sozialen und ökonomischen Anforderungen gezeigt werden. Sie mag Fähigkeiten haben, die seltsam erscheinen und die nicht immer Anerkennung erhalten, denen aber dennoch einen gewisser Wert zukommt und die sich auszahlen.
Das Bild des Freaks mag eine Verkörperung zeigen, die nicht in Gender- oder ethnischen Kategorien beschrieben werden kann. Oder sie vermag Körper zu repräsentieren, ganz ohne sie zu zeigen. Wie könnte eine Freak-Theorie oder eine Freak-Lektüre aussehen?
Das Stichwort queere Exotik formuliert die Frage, warum Bilder des Exotischen und des Orients oft in queeren künstlerischen Arbeiten gezeigt werden. Sind sie in der Lage kritisch auf eine Geschichte des Kolonialismus zu verweisen und in die Bedeutung entsprechender Phantasien für die Konstruktion des Westens und von Weiß-Sein zu intervenieren? Produzieren sie eine Figur der Distanz – Distanz zu Weiß-Sein, Westlich-Sein, zu Heterosexualität und zu Zweigeschlechtlichkeit?

Vortragende:

Judith Jack Halberstam, Los Angeles
Elisabeth Lebovici, Paris
Kobena Mercer, London
Beatriz Preciado, Barcelona
Künstlerische Arbeiten von:
Nao Bustamante
Ines Doujak
Latifa Echakhch
Rashawn Griffin

Workshop

Der Workshop wird die Konferenz ‚freaky’ begleiten und soll ermöglichen, die Vorträge und künstlerischen Beiträge zur Konferenz vertiefend zu diskutieren, sowie sich über eigene Arbeiten und Überlegungen zu den Workshopfragen auszutauschen.
Zur Teilnahme am Workshop eingeladen ist jede forschende, künstlerisch-produzierende, lehrende und studierende Person, die sich aus queerer Perspektive mit den vorgeschlagenen Fragen an eine queere Kunstpraxis und -theorie auseinandersetzt oder in eine solche Auseinandersetzung einsteigen möchte.
Der Workshop umfaßt zwei Sektionen von jeweils drei Stunden. Jede Sektion bezieht sich auf die beiden Vorträge des Vorabends und die beiden dort vorgestellten und analysierten künstlerischen Arbeiten. Zudem soll in jeder Workshop-Sektion ein ‚Pool’ Gelegenheit geben, weitere Arbeiten zu den oben genannten Hauptfragen vorzustellen.

Weitere Informationen:

Zugang zum Material
Nach der Anmeldung erhalten alle Workshop-Teilnehmer_innen Zugang zu einer Website, auf der die vier künstlerischen Arbeiten angesehen werden können, die Ausgangspunkt der Vorträge und des Workshops sein werden.

Inputs Pool

Wir bitten alle, die am Workshop teilnehmen möchten, zu überlegen, ob sie einen kurzen Input (5 min.) in den ‚Pool’ geben wollen. Im Anschluß an die beiden Hauptfragen von Konferenz und Workshop gibt es hier die Gelegenheit, in kurzer Form weitere queer-künstlerische Arbeiten vorzustellen: das kann eine eigene
künstlerische/künstlerisch-aktivistische Arbeit sein oder auch die Arbeit von Kunstproduzent_innen, die im Zusammenhang des Workshops interessant erscheinen oder theoretische Perspektiven/Begriffe, die für die Workshopfragen relevant sind. Wir bitten Euch/Sie, einen entsprechenden Vorschlag mit der Anmeldung zu schicken!

Sprache
Der Workshop findet in englischer Sprache statt; es besteht aber die Möglichkeit, Praxen der Übersetzung zu vereinbaren.

Anmeldung

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos, aber auf 30 Teilnehmer_innen begrenzt.
Wir bitten daher um möglichst frühzeitige aber verbindliche Anmeldung bis spätestens zum 31. Juli 2009.
Wir hoffen, an einige Teilnehmer_innen einen Fahrtkostenzuschuss zahlen zu können, bitten aber alle Teilnehmer_innen ihre Fahrtkosten nach Möglichkeit über andere Institutionen zu beantragen.

Anmeldungen bitte an folgende Email-Adresse:
r.lorenz[at]fu-berlin.de

Ort:
Ballhaus Naunynstraße
Naunynstraße 27
10997 Berlin

Die Konferenz wird organisiert von Renate Lorenz, SFB Kulturen des Performativen, Freie Universität Berlin und der Arbeitsgruppe ‚Prekarisierung sexueller und geschlechtlicher Identitäten’ (www.sfb-performativ.de).

Geschlecht in Wissenskulturen

Am 21. 01. 09 gehen wir zu einem Vortrag von Davina Cooper Kent (Law)
„Care’s Power through a Women‘s Bathhouse:  The Challenge of Sustaining a Counter-normative Space“

Ort und Zeit siehe unten:

Geschlecht in Wissenskulturen

Liminalis-journal for sex/gender emancipation

Dear everyone,

after one year of work the new issue of the bi-lingual scientific online
publication „Liminalis-journal for sex/gender emancipation“ is now
online and can be viewed and / or downloaded here:

www.liminalis.de

The subject of the second issue is „pathologization and emancipation“.
The new issue includes academic, essayistic and artistic presentations
of views on the discussion about possible ways of emancipation and
resistance. The contributions present possible legal, linguistic, and
artistic ways to deconstruct and change the heteronormative
bi-gendered/sexed organization of society.

Besides contributions from different academic disciplines, you will also
find another concept from an artist.

Liminalis is a project of the Scientific Advisory Board of the
Transgender Network Berlin TGNB: (www.tgnb.de).

Following the guidelines of this institution Liminalis wants to support
and accompany academically the emancipatory and resistive aims of the
transgender- and intersex-movements. This aim leads to a critical
perception of, and reflection on, the methods and structures of those
sciences that are involved in the investigation of genders/sexes and
sexualities. It further leads to the principle of seeking
de-pathologizing and de-exoticizing ways to do research and to encourage
and to insist on these aims.
Liminalis is therefore also an attempt to build bridges between (social)
movements and (critical) science.

The third issue of Liminalis will address the topic of „Intersex and
Transgender in movement“. This issue will be the first one published
tri-lingually, because we will incorporate Spanish as an additional
language. The call for papers in English, German and Spanish can be
found below.

We would be very happy to receive contributions for the next issue of
Liminalis, and comments about the current issue (please send to
wissenschaft[@]tgnb.de). We would also appreciate publicization and
linkage on the Internet.

Enjoy reading the latest issue of Liminalis

The Editorial Staff of Liminalis

Paris is burning

Am 05.06. haben wir den Film „Paris is burning“ gesehen, den wir nächste Woche besprechen werden. Texte hierzu findet ihr im Handapparat der Bibliothek (Ordner: „NORMAL“). Die Texte von Judith Butler und bell hooks liegen jeweils auch in deutscher Übersetzung vor. Es muss nur einer der Texte gelesen werden.

Paris Is Burning

USA, 1990
R: Jennie Livingston
D: nicht verfügbar.
OF, 75 min
Dokumentarfilm

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Paris Is Burning is a 1990 documentary film directed by Jennie Livingston. Filmed in the mid-to-late 1980s, it chronicles the ball culture of New York City and the poor, African American and Latino gay and transgendered community involved in it. Many consider Paris Is Burning to be an invaluable documentary of the end of the „Golden Age“ of New York City drag balls, as well as a thoughtful exploration of race, class, and gender in America.[1]
The film explores the elaborately-structured Ball competitions in which contestants, adhering to a very specific category or theme, must „walk“ (much like a fashion model’s runway) and subsequently be judged on criteria including the „realness“ of their drag, the beauty of their clothing and their dancing ability.
Most of the film alternates between footage of balls and interviews with prominent members of the scene, including Pepper LaBeija, Dorian Corey, Anji Xtravaganza, and Willi Ninja. Many of the contestants vying for trophies are representatives of „Houses“ (in the fashion sense, such as „House of Chanel“) that serve as intentional families, social groups, and performance teams. Houses and ball contestants who consistently won in their walks eventually earned a „legendary“ status.
Jennie Livingston, who never went to film school and who spent 7 years making Paris Is Burning, concentrated on interviews with key figures in the ball world, many of whom contribute monologues that shed light on the ball culture as well as on their own personalities. In the film, titles such as „house,“ „mother,“ and „reading“ emphasize how the subculture the film depicts has taken words from the straight and white worlds, and imbued them with alternate meanings, just as the „houses“ serve as surrogate families for young ball-walkers whose sexual orientations have sometimes made acceptance and love within their own families hard to come by.
The film also explores how its subjects dealt with the adversity of racism, homophobia and poverty. For example, some became sex workers, some shoplift clothing, and some were thrown out of their homes by homophobic parents. One was saving money for sex reassignment surgery. Through candid one-on-one interviews the film offers insight into the lives and struggles of its subjects and the strength, pride, and humor they maintain to survive in a „rich, white world.“
Drag is presented as a complex performance of gender, class and race, in which one can express one’s identity, desires and aspirations along many dimensions (see Drag). The African American and Latino community depicted in the film includes a diverse range of identities and gender presentations, from gay men to butch queens to transsexual women.
The film also documents the origins of „voguing“, a dance style in which competing ball-walkers freeze and „pose“ in glamorous positions (as if being photographed for the cover of Vogue). Pop star Madonna would, one year before Paris Is Burning was completed, bring the phenomenon to the mainstream with her number one song „Vogue“.

weblinks

allan,

anbei zwei links, die mir heute in den kopf geschossen sind. zum einen „Kate Bornstein’s Gender Aptitude Test“ aus dem „gender workbook“. eigentlich wollte ich eine übung zum „fragen stellen“ verlinken, aber die ist nicht online und meinereine ist gerade zu faul zum abtippen. deshalb an dieser stelle der test.

und als eine idee für direkte aktionen – noch ein verweis auf die „überflüssigen“

viele grüße,
tanja

Postkoloniale feministische und queere Kritik im deutschen Kontext

Zwischen den Räumen?
Postkoloniale feministische und queere Kritik im deutschen Kontext

Diskussionsveranstaltung, 30.05.2008, um 19:00 Uhr

Leipzig
Universität Leipzig, GWZ, Raum 20.10
Beethovenstr. 15

Vortrag und Diskussion mit María do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan

Postkoloniale Theorie gilt als ein komplexes Theoriefeld, welches sich insbesondere für die Wirkmächtigkeit kolonialer Diskurse auf aktuelle sozio-politische und ökonomische Entwicklungen interessiert. Die Feministische Kritik richtet dabei ihr Augenmerk ausdrücklich auf die Situation von Frauen in post-kolonialen Gesellschaften. Ihre VertreterInnen stellen dabei essentialistische Kategoriebildungen wie Geschlecht und Race in Frage und betonen gleichzeitig die Notwendigkeit der Politisierung der differenten Subjektpositionierungen als Voraussetzung eines gemeinsamen feministischen Handelns, wie auch die Bedeutung des Bewusstseins um die jeweils eigene Verwobenheit in gesellschaftliche Machtstrukturen.

In ihrem Vortrag führen María do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan in die feministische postkoloniale Kritik im deutschen Kontext ein und beziehen anhand der deutschen Debatten um kopftuchtragende Frauen, Zwangsverheiratungen und Ehrenmorde Position im Spannungsfeld antirassistischer, feministischer und queerer Gesellschaftskritik.

Veranstaltung im Rahmen der Reihe „When Worst comes to Worst“