Hier ist der Semesterplan unseres Projekts, sobald wie möglich wird es einen Terminplan geben!

4. Semester: Macht- und Herrschaftsverhältnisse
Im ersten Projektsemester sollen die theoretischen und methodischen Grundlagen im Themenfeld „Normalisierung“ erarbeitet werden. Nach einem konstitutierenden Wochenende, bei dem die Teilnehmenden sich über die genauen Themen des Projekts einigen, ein Arbeitsvertrag schließen und eine Einführung in die Internetplattform erhalten, bietet das Semester:
# eine Einführung in diverse Theorien der Macht und Herrschaft
# theoretische Auseinandersetzungen mit „Gleichheit und Differenz“
# eine Einführung in Identitätstheorien (unterschiedliche Identitätsmodelle,Identitätsarbeit etc.)
# Überblick über Studien zu Diskriminierungserfahrungen
# einen Überblick über Theorien zu Gewalt und Gewaltfreiheit
# eine Einführung in die intersektionelle Perspektive
# eine Einführung in Theorien sozialer Gerechtigkeit

5. Semester: Theorie-Praxis-Reflexion
Das 5. Semester konzentriert sich auf die Fragestellung, wie das theoretische Handwerkzeug zur Anwendung gebracht werden kann. Wo sind die Grenzen theoretischer Reflexion? Wie verhalten sich Erfahrung zu Theorie? Ist es so wie die postkoloniale Theoretikerin Gayatri Spivak einmal sagte, dass die Praxis die Theorie in die Krise wirft. Und wenn ja, was bedeutet dies für die Arbeit an Methoden. Wir werden hier mittels Videokonferenzen Dialoge mit Menschen, die außerhalb Deutschlands zu „Normalisierung“ arbeiten (sowohl Hochschulen als auch Organisationen) führen. Thematisch wird es um die Konkretisierung von Exklusion und Stigmatisierung spezifischer Gruppen gehen, die jeweils die Beschäftigung mit einem theoretischen Corpus erfordern. Etwa:
# Sozio-sexuelle Minorisierte (Queer Theory)
# Migrant_innen und Flüchtlinge (Migrationstheorien)
# Ethnisch Minorisierte (Rassismusforschung, Weißheitforschung)
# Menschen, die in ökonomischer Armut Leben müssen
(Globalisierungstheorien)
# Psychiatrisierte (Antipsychiatrie)
# Menschen unterschiedlicher Befähigung (Disability Studies)

In den gemeinsamen Treffen im Projekt soll das „eigene Feld“ dargestellt und zur Diskussion gestellt werden. Damit wird es möglich, nicht nur unterschiedliche Felder und Perspektiven kennen zu lernen, sondern auch die Überschneidungen der verschiedenen Felder zu bestimmen. Die Perspektive der Intersektionalität, die theoretisch eingeführt wird, soll aufzeigen, wie verschiedene Ausgrenzungsgründe zusammenspielen und unterschiedliche Dynamiken entfalten.

6. Semester: Vertiefung der theoretischen Auseinandersetzungen
Im 6. Semester dient der theoretischen Vertiefung sowie der kritischen Reflexion der Praxis. Es sollen nicht nur offene Fragen besprochen werden und die Methode des Social Justice Trainigs erprobt werden. Es sollen hier auch spezifische Fragestellungen zur Abschlussarbeit einen Raum finden. Den Teilnehmenden stehen hierfür begleitete Peergroups zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen ihr Thema zu konkretisieren. Darüber hinaus ist angedacht, eine Tagung zum Thema „Transnationale kritische Sozialarbeit“ zu organisieren. Hier wird die Gelegenheit geboten, in Workshops die eigenen Projekte vorzustellen und mit externen Fachleuten über die Entwicklung kritischer Sozialarbeit zu diskutieren.

7. Semester: Methoden und Strategien einer nicht normativen Sozialen Arbeit
Das 7. Semester nimmt den Charakter eines Kolloquiums an. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Teilnehmenden, um über ihre Probleme und Weiterentwicklungen der Bachelorarbeit zu diskutieren. Am Abschluss steht eine intensive Prozessanalyse, die den Weg der Gruppe nachzeichnet und die Strategien der Wissensproduktion offen legt.