Wie politisch ist soziale Arbeit (heute)?

Wie politisch ist soziale Arbeit (heute)?
Vortrag von und anschließende Diskussion mit:

Frank Bettinger

11.12.2008 – 15.30 Uhr
Audimax der Alice-Salomon-Hochschule, Alice-Salomon-Platz 5, 12627 Berlin

Ist Soziale Arbeit kritisch; fähig, soziale Ungleichheiten zu hinterfragen? Hat sie ein politisches Mandat? Ist sie in der Lage, sich über den Anwendungsbereich der praktischen Arbeit im Feld hinaus zu emanzipieren?

Fragen, deren Antwort in Anbetracht des neoliberal inspirierten Wandels Sozialer Arbeit (Ressourcenoptimierung, Case- und Qualitätsmanagement, Contracting, Controlling, etc.) möglicherweise eher verneint als bejaht werden. Zumal der Tendenz einer Regulationspro-fession, die irritierende Selbstzuschreibung einer Menschenrechtsprofession entgegensteht.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse und ihre je individuellen Auswirkungen die sozial-arbeiterisches Engagement einfordern, sind konstitutiv für eine Profession, die sich zum Ziel erklärt, Missstände aufzuweichen, auszugleichen und bestenfalls aufzuheben. Dies verlangt jedoch nach einer Profession, die sich reflexiv und kritisch mit den Gegenständen ihrer Arbeit auseinanderzusetzen vermag, um ihren Ansprüchen in der Praxis gerecht werden zu können. Dies verlangt aber auch nach einer selbstbewussten Fähigkeit, Kritik an den bestehenden – Ungleichheit produzierenden – Verhältnissen zu formen und zu artikulieren; sowie der Fähigkeit, die eigene Profession im Hinblick auf die Affirmation der Verhältnisse zu hinterfragen.
Soziale Arbeit in Lehre, Theorie und Praxis fordert einen selbstbewussten und kritischen Umgang mit diesem Rahmen. Restriktion und repressive Vorgaben – auch aus den eigenen Reihen – sollten ihre Akteur_innen in Anbetracht der Selbstzuschreibung, Menschen-rechtsprofession zu sein, nicht unhinterfragt zulassen.
Soziale Arbeit bedeutet soziales Engagement, dies kann jedoch nicht auf den Bereich des Privaten beschränkt bleiben, sondern schließt »ebenso« politische, d.h. emanzipative Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Widersprüchen ein, um die Lebensverhältnisse ihrer Nutzer_innen aber auch im eigenen Interesse (Stichwort: ‚‘Burn-Out'‘) zu verbessern.

Frank Bettinger vom ‚Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit‘ ist eingeladen, über Perspektiven kritischer Sozialer Arbeit zu berichten.
Zur Debatte steht ebenso die Konstituierung einer Regionalgruppe des Arbeitskreises.
(Informationen über den Arbeitskreis unter http://kritische-soziale-arbeit.info)


2 Antworten auf “Wie politisch ist soziale Arbeit (heute)?”


  1. 1 ramonzl 06. Januar 2009 um 23:33 Uhr

    ich war bei dem vortrag und fand ihn aufjedenfall sehr gut…
    ich würde auch sehr gerne zu dem treffen im januar kommen, bei dem sich die letzte die an der gründung eines regionalen arbeitskreises interessiert sind treffen.
    bis jetzt hab ich noch keine rundmail bekommen, deswegen bin ich etwas irritiert und wollte fragen, ob mir vielleicht jemand sagen kann, wann (datum, uhrzeit) und wo das treffen stattfindet?
    grüße ramonzl

  2. 2 jens 12. Januar 2009 um 18:21 Uhr

    hallo ramon,

    die mail kommt in den nächsten tagen.

    das treffen findet donnerstag, 29.01 in der K9 (kinzigstr. 9) in friedrichshain, um 20uhr statt.

    beste grüße
    jens

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