Archiv für Juli 2008

Konstruktion und Dekonstruktion

… lautet das Themengebiet mit dem wir uns ab dem kommenden Semester näher befassen wollen. Bisher haben sich u.a. schon Nic, Andy, Peacey, Sebastian und ich zusammengefunden, wer noch alles dabei war, fällt mir gerade nicht ein (kommentieren!). Je nach individuellem Fokus bieten sich z.B. Derrida, Butler, Foucault oder Habermas als Quellen an, Beispielstichworte: Dekonstruktion, Konstruktion von Geschlecht, Psychiatrisierung oder Diskursanalyse.

Gruppenschwerpunkt:

Wir(Ismene,Regina,Katja,Claudia)wollen uns in unserer Gruppe mit der postkolonialen Theorie beschäftigen,speziell mit dem Hintergrund ,daß alle von uns ihre Praktika in genderspezifischen Einrichtungen machen. Also ist der Genderaspekt für uns von großem Interesse

Kontakt:Claudia Claudiathieledogan@web.de

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Liminalis-journal for sex/gender emancipation

Dear everyone,

after one year of work the new issue of the bi-lingual scientific online
publication „Liminalis-journal for sex/gender emancipation“ is now
online and can be viewed and / or downloaded here:

www.liminalis.de

The subject of the second issue is „pathologization and emancipation“.
The new issue includes academic, essayistic and artistic presentations
of views on the discussion about possible ways of emancipation and
resistance. The contributions present possible legal, linguistic, and
artistic ways to deconstruct and change the heteronormative
bi-gendered/sexed organization of society.

Besides contributions from different academic disciplines, you will also
find another concept from an artist.

Liminalis is a project of the Scientific Advisory Board of the
Transgender Network Berlin TGNB: (www.tgnb.de).

Following the guidelines of this institution Liminalis wants to support
and accompany academically the emancipatory and resistive aims of the
transgender- and intersex-movements. This aim leads to a critical
perception of, and reflection on, the methods and structures of those
sciences that are involved in the investigation of genders/sexes and
sexualities. It further leads to the principle of seeking
de-pathologizing and de-exoticizing ways to do research and to encourage
and to insist on these aims.
Liminalis is therefore also an attempt to build bridges between (social)
movements and (critical) science.

The third issue of Liminalis will address the topic of „Intersex and
Transgender in movement“. This issue will be the first one published
tri-lingually, because we will incorporate Spanish as an additional
language. The call for papers in English, German and Spanish can be
found below.

We would be very happy to receive contributions for the next issue of
Liminalis, and comments about the current issue (please send to
wissenschaft[@]tgnb.de). We would also appreciate publicization and
linkage on the Internet.

Enjoy reading the latest issue of Liminalis

The Editorial Staff of Liminalis

Paradigmenwechsel

Ein Paradigmenwechsel bezeichnet eigentlich einen Übergang zu einem neuen Denkmodell in den Naturwissenschaften.
Das Wort Paradigma bedeutet Beispiel, Vorbild, Muster oder auch Abgrenzung und Vorurteil.
Seit dem späten 18.Jahrhundert wird das Wort als erkenntnistheoretischer Ausdruck benutzt, um wissenschaftliche Denkweisen zu beschreiben.
Wissenschaftstheoretiker Thomas Samuel Kuhn übersetzt das Wort Paradigma als „Lehrmeinung“ und definiert diese als:
• das, was beobachtet und überprüft wird,
• die Art der Fragen, welche in Bezug auf ein Thema gestellt werden und die geprüft werden sollen,
• wie diese Fragen gestellt werden sollen,
• wie die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung interpretiert werden sollen.
Kuhn meint mit Paradigma also ein vorherrschendes Denkmuster in einer bestimmten Zeit. Paradigmen spiegeln einen gewissen allgemein anerkannten Konsens über Annahmen und Vorstellungen wider, die es ermöglichen, für eine Vielzahl von Fragestellungen Lösungen zu bieten. In der Wissenschaft bedient man sich in diesem Zusammenhang auch oft Modellvorstellungen, anhand derer man Phänomene zu erklären versucht.
Als Paradigmenwechsel wird eine (oft radikale) Änderung des Blickwinkels auf ein wissenschaftliches Feld, auf dessen Paradigma, bezeichnet und dabei die Grundlage für eine Weiterentwicklung gegeben.
Der Begriff hat sich im Lauf der Zeit zu eimem populärwissenschaftlichen Begriff gewandelt. Im ursprünglich wissenschaftlichen Sinn vollzieht sich ein Paradigmenwechsel wie folgt:
Bei neuen wissenschaftlichen, revolutionären Erkennnissen versuchen die besten Forscher zunächst, diese mit dem alten Paradigma zu vereinbaren und so die Wissenschaft wieder auf sicheren Grund zu stellen. Wenn dies über einen längeren Zeitraum hinweg nicht erfolgreich ist, beginnt die Zeit der wissenschaftlichen Revolution. Es werden neue Theorien ersonnen, die mehrere Aufgaben zu erfüllen haben: Sie sollen gleichzeitig die Probleme lösen, die die Wissenschaft in die Krise geführt haben, und viele der Fragen beantworten, die das alte Paradigma bereits zufriedenstellend lösen konnte. In diesem Prozess der Spekulation kristallisiert sich mit der Zeit ein Kandidat heraus, der zur zukünftigen Forschungsleitung geeignet ist und so die Rolle des alten Paradigmas als Grundlage der Normalwissenschaft übernimmt.
Klassische Beispiele für Paradigmenwechsel:
• Die kopernikanische Wende, in der das geozentrische Weltbild (Ptolemäus) durch das heliozentrische Weltbild (Nikolaus Kopernikus) abgelöst wurde.
• Die Ablösung der Phlogistontheorie durch Lavoisiers Oxidation
• Die Ablösung der klassischen Mechanik durch die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik
• Ablösung von Kataklysmentheorie und teleologischen Erklärungen durch die Evolutionstheorie
Paradigmenwechsel vollziehen sich in vielen Bereichen, wie z.B. in der Philosophie in den Sprachwissenschaften oder auch in den Sozialwissenschaften:
In den Geisteswissenschaften wird mit Paradigmenwechsel eine wichtige qualitative Änderung von Denkmustern bezeichnet. Das kann eine radikale Änderung im persönlichen Glauben, in komplexen Systemen oder in Organisationen sein. Er ersetzt die ehemalige Art und Weise des Denkens oder des Organisierens durch eine radikal andere. Beispiele von Paradigmenwechsel in Vorstellung und in Denkmustern zeigen sich an gesellschaftlichen Umbruchprozessen, welche vor allem nach umwälzenden Entdeckungen und Erfindungen bzw. durch die generelle Änderung der Kriegsstrategie einer Epoche stattgefunden haben:

• Die Nutzbarmachung des Feuers, die Erfindung des Rades oder Schwarzpulvers mit den entsprechenden kriegerischen und gesellschaftlichen Veränderungen.
• Das Ende der christlichen Dominanz durch die im Zeitalter der Aufklärung entwickelte Idee und Praxis der Säkularisierung.
• Das Ende der Agrargesellschaft mit Beginn der Industriellen Revolution nach der breiten Nutzbarmachung der Dampfmaschine ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
• Die Umwälzungen in der englischen Monarchie, als sie die Magna Charta unterzeichnete.
• Die Folgen erneut veränderter Kriegführung mit der Entwicklung des preußischen militärischen Modells.
• Die breite Freisetzung von Arbeitskraft zu Beginn des Informationszeitalters seit den 1960er Jahren des letzten Jahrhunderts in der westlichen Welt.
• Die Trennung von Wirtschafts- und Energieverbrauchswachstum in den 1970er-Jahren, welche Wirtschaftswachstum und Umweltverträglichkeit gemeinsam ermöglichte, und einen Aufschwung in Umweltschutztechniken verursachte.
• Die Entdeckungen und Techniken in der Genetik, welche neue Einsichten in der Anthropologie erzwingen und alte Annahmen ablösen.
• Die sprunghafte Weiterentwicklung von Computern und die Auswirkungen durch die weltweite Vernetzung im Internet.
• Die weltweiten gesellschaftlichen Folgen durch den Kampf gegen internationalen Terrorismus.